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Kriegsverbrechen
Den Urteilen folgt spontaner Applaus
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"Den Urteilen folgt spontaner Applaus"Kommentar einer Beobachterin über den Prozess in La SpeziaÜber 7 Stunden hatten die Überlebenden des Massakers von Sant Anna di Stazzema auf die Urteile an diesem Mittwoch, den 22. Juni 2005, gewartet. Sie hatten Verurteilungen erhofft, Freisprüche befürchtet. Ihre Gesichter sind von Anspannung gekennzeichnet, die Nerven bis zum Zerreißen gespannt. Die Mörder von Sant Anna di Stazzema: Soldaten der 16. SS-Panzergrenadierdivision "Reichsführer SS". Am Morgen des 12. August 1944 steigen 4 Kompanien in das abgelegene Bergdorf Sant Anna auf und massakrieren jede Menschenseele, die sie antreffen: vor allem Kinder, Frauen, alte Männer (die jüngeren Männer sind nicht im Dorf). Sie verbrennen die Leichen und die Häuser. 560 Tote, ein ausgelöschtes Dorf. Nur wenige Einwohner haben das Morden überlebt, viele von ihnen mussten mit ansehen, wie die Mutter, die Geschwister umgebracht wurden. Sie wurden ein Leben lang von diesen Bildern verfolgt. Vielleicht helfen ihnen diese Urteile, die Traumatisierung abzumildern. Die Verurteilung wenigstens einiger der Täter ist für sie die gesellschaftliche Anerkennung ihres Leids und ein öffentliches Gedenken an ihre getöteten Angehörigen, eine späte Erinnerung und eine späte - wenn auch eher moralische - Sühne. Wie geht es weiter? Die Urteile könnten in Italien oder in der BRD vollstreckt werden. Wenn die deutschen Behörden einem Auslieferungsantrag Italiens folgen würden, hätten die Verurteilten ihre Strafe als Hausarrest "abzusitzen". Damit ist aber nicht zu rechnen, denn die BRD liefert bekanntlich ihre Bürger nicht aus. Die Überlebenden von Sant Anna wollen sich auch nicht mit schönen Worten seitens deutscher Politiker zufrieden geben. Sie fordern von der BRD als Entschädigung einen deutlichen finanziellen Beitrag zur strukturellen Ausgestaltung ihres Friedensparks, der eine Friedensschule und ein Tagungszentrum als internationale Begegnungsstätten enthalten soll. Marianne WienemannIn La Spezia wurden zu lebenslanger Haft verurteilt:Gerhard Sommer Werner Bruss Alfred Mathias Concina Ludwig Göring Karl Gropler Georg Rauch Horst Richter Heinrich Schendel Alfred Schöneberg SS-Unterscharführer, Jg. 1924
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